19.10.2012 17:21

Kirchenmusikalisch gibt es bei uns eine große Vielfalt!

Hochqualifizierte Arbeit , gute Nachwuchs- & Breitenförderung macht Kirchenkreis reich

Annette Petrick (Foto) ist seit Juni dieses Jahres ehrenamtliche Kreiskirchenkantorin. Sie „erbte“ dieses Amt nach dem Willen der Kreissynode von Ulrike Gronewold. Christiane Gerner sprach mit der neuen Kreiskantorin, die ihr Gemeindeamt in Steinhagen versieht. Die junge Frau wurde in Lüdenscheid geboren und hat dort schon im Alter von fünf Jahren die Musik kennen gelernt. Sie studierte Kirchenmusik in Herford (2000-07) mit B- und A-Examensabschluss. Die Kantorenarbeit sei nicht besonders „familienfreundlich“, doch bekennt Annette Petrick: „Ich bin gerne mit Menschen aller Generationen zusammen“. Der neuen Kreiskantorin liegt die Nachwuchsarbeit mit Kindern und Jugendlichen besonders am Herzen. Im Ausgleich zur kreativen Arbeit braucht die sympathische junge Frau die Natur – Sie liebt es zu wandern oder zu joggen. Sie ist traurig, dass an ihren „Kantoren-Sonntagen“, am Montag, Museen und andere kulturelle Stätten oft geschlossen sind. „Ich liebe auch die anderen Künste, vor allem die Verbindung von Musik und Tanz!“

?Was gehört zu den neuen Aufgabenbereichen auf Kirchenkreisebene?

Petrick: Gerade komme ich zurück vom Kreiskantoren-Konvent der Evangelischen Kirche in Westfalen in Dortmund. Das Treffen auf landeskirchlicher Ebene ist die zweite große Versammlung neben dem Kirchenmusiker-Konvent, das jährlich im Februar in Villigst stattfindet. Für mich persönlich ist es wichtig, über den „Tellerrand“ zu schauen und im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen neue Ideen für die Arbeit hier bei uns zu sammeln. Darüber hinaus gibt es viele organisatorische Elemente, wie etwa die Ausbildung von C-Musikern – ob im Block oder vor Ort. Natürlich ist auch die Sichtung von Neuerscheinungen bei Noten für die Arbeit der Chöre vor Ort interessant.


? Wie steht Steinhagen denn im Vergleich mit anderen Gemeinden kirchenmusikalisch da?

Petrick: Kirchenmusikalisch leben wir nicht nur hier in Steinhagen wie im Luxus. Es ist nicht mehr überall so, dass eine Gemeinde in der Größe eine ¾ Stelle hauptamtlich finanzieren kann. Insgesamt ist die kirchenmusikalische Arbeit hier bei uns im Kirchenkreis gut aufgestellt und sehr vielfältig. Es gibt eine sehr lebendige Arbeit aller Chöre vor Ort und dazu ja auch noch Leuchttürme wie die Arbeit der Bachkantorei in Halle. Die Arbeit von KMD Martin Rieker und die Bachtage wirken weit über den Kreis in die Region hinein.


? Was sind die nächsten musikalischen Projekte?

Petrick: Ja, da gibt es sehr verschiedene und kreative Angebote. Ganz besonders freue ich mich, dass wir den viel beschäftigten Michael Keding für September 2014 zu einem großen Gospel-Workshop gewinnen konnten. Darauf freuen sich schon viele Sängerinnen und Sänger. Vor allem natürlich diejenigen, die beim großen Gospelchor zum Kreiskirchentag 2011 mitgewirkt haben. Zum anderen gibt es im kommenden Jahr den großen Kantaten-Zyklus unter dem Motto „Soli Deo Gloria“. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe werden sich verschiedene Chöre gegenseitig zu Konzerten besuchen und auch der „Kanzeltausch“ ist inklusiv geplant. Ich glaube, dass dieses Projekt – im Nachgang des Kirchenmusikjahres – das Wir-Gefühl auf Kreiskirchenebene stärken wird.