Schwierige Situationen
„Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du?
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Johannes 20,29)
Liebe Gemeinde,
der ungläubige Thomas, ist aus meiner Sicht nahe an uns Menschen heute. Thomas glaubt nicht, dass Jesus auferstanden war. Er musste erst die Male der Nägel an Händen und Beinen sehen, um überzeugt zu sein. Er brauchte einen Beweis, er wollte wissen – und konnte nicht glauben. Die Frage Jesu stellt den Glauben von Thomas in Frage, denn wer weiß, braucht nicht mehr zu glauben. Wir leben in einer Zeit, die uns mit Kriegen und schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft und Politik unsicher macht. Und die künstliche Intelligenz macht sich überall breit und trägt mit gefälschten Nachrichten und Bildern noch zu unserer Verunsicherung bei. Sie mag ein Vorteil für die Wissenschaft sein, nur können wir die zum Großteil ungefilterten Informationen des Internets nicht auf ihre Wahrheit hin überprüfen. Wir wollen wissen und daher glauben wir, was wir lesen. Eine große Gefahr. Was ist, wenn das Wissen auch nicht mehr sicher ist? Und da sind wir beim Glauben. Glauben kann, wer vertraut. Und Vertrauen muss man manchmal wagen. Mein Glaube wird durch die Gemeinschaft mit anderen Glaubenden und mein Gebet gestärkt und das unerschütterliche Gefühl, dass ich gehört werde. Viele von uns Christen und Christinnen sind mit dem Glauben groß geworden, andere haben ihn in ihrem Leben gefunden. Er macht mich, er macht uns stark. Er leistet etwas, das Wissen nur bedingt kann, vor allem, wenn ich dem nicht traue oder trauen kann. Und da bin ich beim zweiten Satz unseres Monatsspruches, dem Seligsein. Jesus sagt, dass wir bereits auf Erden selig sind, wenn wir glauben. Es ist - ohne den Begriff der Seligkeit umfassen zu können - etwas Wunderbares, glauben zu können, weil es uns stärkt und uns durch das Leben trägt. Ich wünsche Ihnen diesen Glauben und die Kraft dazu! Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest!
Pfarrerin Birgit Gillmann, Kirchengemeinde Bockhorst