Andacht zum 25. Januar 2026

Glaube überwindet Grenzen – so könnte der 3. Sonntag nach Epiphanias überschrieben sein.

 

Im Evangelium (Mt 8,5-13) hören wir von der Begegnung Jesu mit einem römischen Hauptmann. Dieser bittet Jesus um Hilfe und Heilung für einen Menschen, der leidet und ihm am Herzen liegt. Der Hauptmann ist kein Jude, doch das spielt für Jesus keine Rolle. Er macht seine Zuwendung nicht von der religiösen Herkunft seines Gesprächspartners abhängig. Für ihn zählt nur sein tiefer Glaube. Der Hauptmann schafft es, durch sein mit Nächstenliebe und Gottvertrauen gefülltes Herz eine verbindende Nähe mit Jesus herzustellen. Und Jesus seinerseits lässt diese Nähe gerne zu und stellt Heilung in Aussicht, von der der Evangelist Matthäus erzählt, dass sie stattgefunden hat.

 

Glaube überwindet Grenzen. Das große Gottvertrauen und die tiefe Menschenliebe führen zu etwas Wundervollem. Das unterstreicht auch der Predigttext aus Apg 10, 21-35. Petrus ist von Kornelius in sein Haus gerufen worden, um von Gott zu erzählen. Das war einerseits nicht ungewöhnlich, denn Petrus zog als Missionar umher und erzählte von Gott und Jesus. Andererseits verboten ihm die religiösen Regeln des Judentums seiner Zeit aber, mit Nichtjuden zu essen oder in ihre Häuser zu gehen. Dennoch macht Petrus sich auf den Weg zu Kornelius und lässt sich von Gott leiten. Und so können beide, Petrus und Kornelius, trotz ihrer unterschiedlichen religiösen Prägung wohltuende Gemeinschaft erleben und erfahren, dass es bei Gott keine Unterschiede gibt.

 

Der 3. Sonntag nach Epiphanias zeigt uns am Beispiel von Jesus und dem Hauptmann (Mt 8,5-13) und Petrus und Kornelius (Apg 10, 21-35), dass Gott keine Grenzen kennt. Allein der Glaube ist entscheidend. Er überwindet Grenzen und bewirkt Wundervolles.

 

Anne-Kathrin Becker ist Pfarrerin in Steinhagen