Nicht nur das Kalenderjahr – auch die Veranstaltungsreihe „Musikherbst“, bei der verschiedene Konzerte in der St. Johanniskirche unter der Leitung von KMD Friedemann Engelbert gratis angeboten werden, neigt sich langsam dem Ende zu. Die Singgemeinde der Johanniskantorei ergriff mit „Der Morgenstern ist aufgedrungen“, „Freue dich Welt“ und den mit dem zahlreich erschienenen Publikum gemeinsam gesungenen Liedern „Wie soll ich dich empfangen“ und „Macht hoch die Tür“ die Gelegenheit, ihr Können zu demonstrieren.
Als Höhepunkt der mit „Musik zum Advent“ betitelten Veranstaltung konnte man die Aufführung von Max Drischners „Die Weihnachtsgeschichte“ bezeichnen. Das Werk, das durch seine Geschichte und die Schlichtheit der Musik berührt, entstand vor 80 Jahren in Schlesien, als viele Menschen auf der Flucht waren. „Max Drischner schrieb dieses kleine Weihnachts-Oratorium, wie man es wohl auch bezeichnen kann, am ersten Adventssonntag 1944“, informierte Friedemann Engelbert. Drei Aufführungen gab es damals im Dom von St. Nikolai im schlesischen Brieg – eine während einer Christnachtfeier. 6.000 Menschen hörten die Komposition. In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1945 wurde die Kirche im Kampf um die Stadt zerstört und ging in Flammen auf.
Neben dem Chor, zwei Violinen (Kerstin Kunze, Almut Hage), Gunhild Hoffmann am Violoncello und Anne Engelbert-Riepe an der Orgel brillierten auch Friedemann Engelbert – diesmal nicht am Dirigentenpult oder an der Orgel - als Vokalsolist (Rezitativ, Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium 2) gemeinsam mit Feline Engelbert (Engel Gabriel).
Weitere Vokalsolisten hatten bereits in vier Arien von Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach und Camille Saint-Saëns sowie mit Johann Hermann Scheins „Nun komm‘ der Heiden Heiland“ und Vincent Lübecks „Willkommen, süßer Bräutigam“ zuvor eindrucksvoll ihr Können unter Beweis gestellt: Joana Kuska, Kim Dembkowski, Tobias Kröcker, Elise Bos und erneut Feline Engelbert.
Der Dank des Kirchenmusikdirektors richtete sich an alle Ausführenden sowie die Gesangslehrerinnen Sibylle Henning und Gabriele Czerapan - und nicht zuletzt auch dem Publikum, das ob der hervorragenden Leistung kräftig applaudierte. -dag-