Am 1. Oktober 1993 erfolgte der erste Spatenstich für Versmolds Katharina-von-Bora-Haus, am 15. April 2005 erneut – diesmal für den Erweiterungsbau. Beide Daten sind in einem Spaten eingraviert, der vor kurzem bei Aufräumarbeiten zum Vorschein kam. Pfarrerin Anja Keppler präsentierte das Gartengerät im Festgottesdienst, der zum 30-jährigen Bestehen des Seniorenheims begangen wurde.
Interessantes aus dem Leben der Namensgeberin Katharina von Bora wusste die Pfarrerin zu berichten. Die adelige Nonne heiratete mit 26 Jahren im Juni 1525 Martin Luther – würde also gerade ihren 500. Hochzeitstag gefeiert haben. „In Zeiten der Pest führte sie ein Hospiz. Sie sah die Not und half“, so die Pfarrerin. Superintendent Dr. André Heinrich ging auf den Vers 32 aus dem 3. Mose ein: „Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott“. Das Seniorenheim sei geprägt von der Absicht, sich um die Alten zu kümmern, attestierten die beiden Geistlichen.
Offiziell In ihre Ämter eingeführt und von Pfarrerin Anja Keppler mit Gottes Segen ausgestattet wurden Henning Strupat und Kerstin Stuckmann. Beide bilden als Team eine gute Kombination. Der 37-jährige Pflegedienstleiter kennt das Katharina-von-Bora-Haus in allen seinen Facetten - nach seiner Ausbildung zum Altenpfleger dort durchlief er verschiedene Stationen, bevor er Ende letzten Jahres die Leitungsstelle übernahm. Die nötige Sicht von außen bringt die 55-jährige gelernte Krankenschwester, die viele Jahre in der Pflege gearbeitet hat, mit. Seit zwei Jahren ist sie als Einrichtungsleiterin tätig.
An den Gottesdienst schlossen sich viele Grußworte an. Neben Pfarrerin Anja Keppler und dem Superintendenten gratulierten Benjamin Hestermann (Geschäftsbereichsleitung) und Michael Wermker (Kaufmännischer Vorstand) von der Evangelischen Perthes-Stiftung. Sie waren aus Münster angereist. Die Stiftung hat vor zehn Jahren die Trägerschaft für das Seniorenheim übernommen. Bürgermeister Michael Meyer-Hermann nannte das Haus einen Ort der Begegnung, an dem älteren Menschen großer Respekt entgegengebracht wird. Ralph Brinkhaus, Mitglied des Bundestages, und Thorsten Klute, Abgeordneter im Landtag, gehörten ebenfalls zu den Gratulanten, bevor Henning Strupat und Kerstin Stuckmann selbst das Wort ergriffen.
Angelehnt an das Lied „Danke“ zitierten sie eine Strophe, die mit „Danke für meine Arbeitsstelle“ beginnt. Dankbar seien sie, sie nannten das Seniorenheim ‚ein tolles Haus mit einer tollen Gemeinschaft – dieses Haus ist etwas ganz Besonderes‘. Sie bedankten sich bei dem kompletten Team, den Bewohnern und nicht zuletzt bei deren Angehörigen. „Ohne den Rückhalt und die Geduld der Familien wäre das alles gar nicht möglich!“ Sie erinnerten außerdem an Rüdiger Metz, der das Haus 22 Jahre geleitetet hat und Anfang Juni starb.
Nach diesem offiziellen Teil machten sich die Gottesdienst-Besucher auf den Weg zum Katharina-von-Bora-Haus, wo alles für eine wundervolle Feier vorbereitet war: gekühlte Getränke, Kaffee und Kuchen sowie ein Buffet mit Kanapees und vielem mehr. Bei herrlichem Sommerwetter waren die Plätze im Garten schnell belegt, zumal Günter Queisser mit bekannten Schlagern und Evergreens auf seiner Trompete und mit seiner Stimme bestens zu unterhalten wusste. -dag-