Die Reformation und Martin Luther, der mit Worten statt mit Waffen für den Glauben kämpfte, sind untrennbar miteinander verbunden. Um ihn ging es im Kindermusical „Der falsche Ritter“: Wie er 1521 beim Reichstag zu Worms den Widerruf seiner Lehren verweigert, seine berühmten Worte „Hier steh‘ ich, ich kann nicht anders“, seine Verwandlung in Junker Jörg und damit zum falschen Ritter, die Zeit auf der Wartburg, wo er die Bibel ins Deutsche übersetzt und seine Rückkehr nach Wittenberg.
Kindgerecht verarbeitet wurde das Thema im Singspiel von Andreas Hantke. Er lässt Luther Sätze sagen wie: „Ich hatte wirklich Schiss und die Hosen ganz schön voll“ oder „Ich will die Bibel übersetzen und ich sage euch, das wird ein Hit.“ Das galt auch für die Lieder wie „Martin Luther, durchhalten tut er, Martin Luther, alles in Butter“ Das brachte die zahlreich erschienenen Zuhörer zum Schmunzeln. Von der Darbietung des Kinderchors sowie der Bachchor-Jugend waren sie ohnehin begeistert, davon zeugte der langanhaltende Applaus, der auch dem musikalischen Leiter Friedemann Engelbert und Friederike Lindau, die Regie führte, galt.
Einstudiert wurde das Musical während einer Kinderchorfreizeit in Plön am See. In der Zeit vom 10. bis zum 17. August stand für die 37 Chormitglieder nicht nur Singen auf dem Programm. Da mussten Rollen eingeübt und Kostüme anprobiert werden. Darüber hinaus gab es Bastel- und Themenangebote wie die ‚Ritterspiele‘, sportliche Aktivitäten, Brettspiele sowie einen Filmabend. Die einzelnen Tage begannen und endeten jeweils mit einer kleinen Andachtsrunde. Der Spaß kam auf keinen Fall zu kurz – davon zeugten die Bilder der Freizeit, die am Ende der Musicalaufführung in der St. Johanniskirche auf die Leinwand projiziert wurden.
Ein großes Kompliment vom Chorleiter gab es für die Jugendlichen: „In so einer Freizeit steckt viel Arbeit. Ohne die Bachchor-Jugend wäre die Durchführung sowie die zwei Aufführungen nicht möglich gewesen!“ Sie beendeten das Konzert mit zwei Segensliedern von John Rutter und dem „Gloria a Dios“ in spanischer Sprache – sozusagen als Zugabe.
Wer das Musical verpasst hatte oder wem es so gut gefiel, dass er es gern noch einmal sehen und hören wollte, bot sich am Folgetag dafür die Möglichkeit. Im Rahmen des Gottesdienstes gab es eine zweite Aufführung. -dag-