. „Was kommt denn da für einer?“ hat sich sicherlich der ein oder andere gedacht, als Burkhard Steinebel 1992 nach Hörste kam. Seine Ehefrau Anja hatte einen anderen Nachnamen als er und den Pfarrgarten ließ die Familie verwildern. Doch die anfängliche Skepsis verschwand schnell, so dass jetzt die Gemeinde nur ungern Abschied nahm von ihrem Pfarrer, der 33 Jahre lang bei ihnen tätig war.
Und auch Burkhard Steinebel fällt das Loslassen schwer: „Ja, ich freue mich auf meinen Ruhestand, weil ich endlich frei bin und endlich selbst über meine Zeit bestimmen kann. Das ist aber der einzige Grund, denn ich war sehr, sehr gerne Pastor, gerade in dieser Gemeinde, aber im letzten Jahr auch in Häger“.
Aufgewachsen in Everswinkel, einem kleinen Dorf bei Warendorf, zog es Steinebel zum Studium nach Münster, Tübingen, Wien und Bielefeld Bethel. Schon sein Vikariat führte ihn in den Kirchenkreis Halle, wo er zunächst in der Stadt unter Anleitung von Pfarrer Friedrich-Karl Völkner den Dienst aufnahm, dann nach Hörste wechselte. Dort absolvierte er auch seinen Probedienst und wurde letztendlich zum Pfarrer gewählt. Im letzten Jahr übernahm er zudem Vertretungsaufgaben in Werther-Häger.
„Meine Tätigkeit hat mich reich beschenkt, ich habe viele Menschen kennenlernen dürfen, denen ich sonst nie begegnet wäre“, sagt Burkhard Steinebel. Dass seine Tätigkeit auch viel von ihm gefordert und ihn zeitweise an den Rand seiner Kräfte gebracht hat, damit ist Steinebel immer offen umgegangen.
„Du hast oft mehr gegeben, als du eigentlich konntest und bist bis an die Grenzen gegangen“, erinnert sich auch sein Kollege und Freund Tim Henselmeyer, der einst als Vikar von Steinebel betreut wurde und nun dessen Pfarrbezirk Hörste, Bokel und Kölkebeck mit übernimmt. Ein Sabbatjahr half Burkhard Steinebel wieder neue Kraft zu schöpfen. Die Erkenntnis, wie wichtig solche Auszeiten sind, verarbeitete er anschließend auch als neues Projekt für die Gemeinde. Das Format „Atempause“ wurde entwickelt, das inzwischen auch in Brockhagen übernommen wurde.
Auch im Ruhestand wird Burkhard Steinebel in Hörste wohnen bleiben, längst ist er ein echter Hörster geworden, der sich mit den Menschen und der Gemeinde vor Ort identifizieren kann. In seiner letzten offiziellen Predigt, zu der mehr als 200 Besucher kamen, ging es um das Thema „Gott ist Liebe“.
„Ich gehe, aber die Liebe bleibt, das könnt ihr mir glauben“ sagte Steinebel und fügte am Ende seiner Abschiedsfeier noch einen bescheidenen Wunsch hinzu: „Vergesst mich nicht ganz!“
Das wird weder die Gemeinde noch der Kreis seiner Kollegen, die ihn direkt wieder zur Pfarrrunde einluden – gerne mit den so beliebten Mettbrötchen im Gepäck. Doch nun will sich Steinebel erst einmal Zeit für seine Frau Anja nehmen, die in all den Jahren oft auf ihn verzichten musste. Urlaube auf seinen Lieblingsinseln Spiekeroog und Sardinien sind sicherlich auch in naher Zukunft möglich, doch erst einmal hat Burkhard Steinebel keinen Plan – und das wird er genießen.