Das ökumenische Gemeindefest hat in Werther eine lange Tradition. Neu war in diesem Jahr der Austragungsort: Bei bestem Sommerwetter hatten die evangelische und die katholische Kirchengemeinde sowie die SELK (Selbständige Ev.-Luth. Kirche) in den Innenhof des Schlosses „Haus Werther“ eingeladen. Einfach ideal für das Sommerfest!
Beim Open-Air-Familiengottesdienst war kaum noch ein freier Platz zu bekommen, als der Posaunenchor mit „Großer Gott, wir loben dich“ das erste Lied anstimmte. ‚Alle aufsteh’n‘ hieß es bei „1,2,3, hier geht es rund“. Die Besucher – egal, ob groß oder klein – mussten den Text mit Bewegungen untermalen. Angeleitet wurden sie von Gemeindereferentin Marion Forthaus, die an diesem Tag Geburtstag hatte -ein Ständchen aus zahlreichen Kehlen war ihr damit sicher. Sie leitete gemeinsam mit den Pfarrern Holger Hanke und Tino Bahl den Gottesdienst. Die Predigt wurde als Trialog gehalten. Für den Predigttext von der Heilung des Taubstummen konnten Kinder am Altar mit Instrumenten wie Triangel, Trommel oder Schellenring die Worte untermalen, was allen sichtlich Spaß bereitete.
Im Anschluss startete das bunte Programm. Nachdem der Ansturm am Bratwurststand nachgelassen und sich die Besucher mit Zwiebelkuchen, Waffeln, Crepes und Getränken versorgt hatten, zog es die Jüngeren in den Garten des Schlosses, wo sie ein wahres Kinderparadies vorfanden. An der Hüpfburg konnten die Kleinen ihrem Bewegungsdrang nachgehen und überdimensionale Duplosteine boten den Nachwuchsarchitekten unzählige Möglichkeiten, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen.
Die zukünftigen Konfirmanden brachten (abwaschbare) Tattoos mithilfe von Schablonen an die Arme der Gäste an oder ließen aus einem Luftballon einen herrlich bunten Flummiball entstehen. Oder doch lieber ein schönes Armband selber gestalten? Alles war möglich. Derweil wollte Flüchtlingsberater Stefan Schemmann seine Liebe zu Spiekeroog nicht verbergen. Mit der Gitarre in der Hand sang er Eigenkompositionen von und für die Insel.
Im blauen Saal des Hauses Werther wurde zweimal eine ganz besondere ‚Turnstunde‘ angeboten. Unter der Leitung von Pfarrerin Silke Beier konnte man ‚Christliches Yoga‘ ausprobieren. Nicht nur die Bewegungen, auch spezielle Atemtechniken und interessante Informationen zur Geschichte des Yoga erhielt man hier. Im Mittelpunkt stand jeweils ein Bibelvers. Im Innenhof hatten sich derweil geflüchtete Frauen aus der Ukraine zu einem Chor zusammengefunden und sangen Lieder aus ihrer Heimat. Das war sowohl humorvoll, ging es doch in einem der Lieder um ein Mädchen, das zum Käsekuchen eingeladen hat, als auch emotional. Mit „Da berühren sich Himmel und Erde - …das werde Friede unter uns“ berührten sie das Publikum sehr, zumal sie das Lied auf Deutsch einstudiert hatten. Langer Applaus war ihnen sicher. Und sie hatten ein Geschenk mitgebracht: ein großes Karawai, ein süßes Brot nach ukrainischem Rezept, dass sofort angeschnitten und verteilt wurde. Mit dem Auftritt der Big Band des EGW (Evangelisches Gymnasium Werther) und einem ‚Rudelsingen‘ ging dieser wirklich schöne Tag zu Ende. Er hatte gezeigt, was Ökumene und Glauben mit allen Sinnen bedeutet. -dag-