"Der Mast für das Segel hält nicht!" ruft Ennis. Der 5-Jährige bastelt ein kleines Holzschiff, das später im Wasser seine Runden ziehen kann. Jonas (6) neben ihm weiß Rat und klopft mit seinem Schiffsunterteil den Mast in das vorgefertigte Loch, ein wenig Kleber darin tut ein Übriges.
Bevor sich die Kinder mit Eifer auf das jeden Tag wechselnde Bastelmaterial stürzten, hatten sie mit Pfarrerin Birgit Gillmann und Gemeindereferentin Marion Forthaus sowie fünfzehn weiteren Helfern Lieder gesungen, die sie mit Gesten unterstützen konnten. „1,2,3 - hier geht es rund“ gehörten zu den beliebtesten Songs oder auch das "Jona-Lied". Anschließend wurde eine Theater-Szene gezeigt, an jedem der vier Tage eine weitere Folge zum Thema "Jona, der eigensinnige Prophet, und der vielseitige Gott".
Die zweiunddreißig Kinder im Alter zwischen vier und elf Jahren, die im Gemeindehaus Borgholzhausen an den diesjährigen ökumenischen Kinderbibeltagen teilnahmen, wurden Zeuge, wie sich Jona (Stefan Walter) dem Auftrag von Gott widersetzt. Er soll die sündigen Menschen in Ninive warnen, denn Gott will die Stadt zerstören. Der Prophet flieht auf ein Schiff. Dort werden er und die gesamte Mannschaft von einem schrecklichen Sturm überrascht. Nicht nur die gesamte Ladung, auch Jona wird nach einem Losentscheid über Bord geworfen - und von einem Wal verschluckt. Nach drei Tagen erkennt er seinen Fehler und betet zu Gott. Nachdem er von dem Wal wieder ausgespuckt wird, gehorcht er Gottes Befehl und zieht nach Ninive, wo die Menschen ihr Verhalten bereuen und Gott die Stadt verschont. Bei allen Abenteuern dabei: die beiden Raupen Rosalie und Klette (Josie Kremerskothen und Marion Forthaus). Sie beobachteten stets das Geschehen aus nächster Nähe und sorgten mit ihren Kommentaren auf unterhaltsame Weise zum besseren Verständnis.
Die Kinder saßen wie gebannt auf dem Boden und folgten Jona. Dabei war Mitmachen Programm: Sowohl beim Ausschöpfen des voll Wasser gelaufenen Schiffes oder beim Herauswerfen der Ladung durften sie helfen. Sie ruderten, beteten "Lass uns nicht untergehen" oder riefen lauthals dem schlafenden Jona zu: "Jona, wach auf!".
In Gesprächen wurde die Geschichte im Anschluss - nach Altersgruppen aufgeteilt - nochmal besprochen und auch hier mit Gesten zum besseren Verständnis untermalt. Oder es ging hinaus zum Spielen. So musste man zum Beispiel bei "Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?" ganz schön schnell sein, um nicht gefangen zu werden.
Doch zurück zum Basteln: Nicht nur die Holzboote warteten darauf, fertiggestellt zu werden. Mit Hilfe von Holzklötzen wurde täglich weiter an der Stadt Ninive gebaut. Zuerst die „böse“ Stadt, bei der intuitiv jedes Kind für sich allein bastelte, später die „nette“ Stadt, zu der alle gemeinsam beitrugen. Eine Box wurde hergestellt, die einen Rettungsring, ein Gebet, ein Kreuz und einen Stein enthielt. Aus Eierkartons entstanden herrlich bunte Segelschiffe mit Rudern. Besonders beliebt war das Aufziehen von dicken Perlen, die nach Fertigstellung zur Raupe wurden. Der Körper bestand aus fünf Teilen – auf jedem stand ein Wort und ergab senkrecht gelesen die Aufschrift „Geh‘ unter dem Segen Gottes“.
Ein gemeinsamer Abschluss fand am letzten Tag mit den Eltern und Geschwistern statt – Heißwürstchen inbegriffen… -dag-