Undine Bruning, DO.CN® und Heilpraktikerin, hatte offensichtlich den Nerv der gut 50 Zuhörerinnen im Saal des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses getroffen. In ihrem Vortrag über die Osteopathie als alternative Heilung konnte sich jeder wiederfinden. Wer kennt sie nicht, die Funktionsstörungen und Blockaden, die Krankheiten mit sich bringen – sei es im Rücken, in der Schulter, Kopfschmerzen, Beschwerden im Magen-Darm-Trakt und vielem mehr. Die Osteopathie nimmt die Patienten als Individuum wahr und behandelt sie in ihrer Gesamtheit. Dabei wird das Behandeln der Funktionsstörungen meist mit den Händen ausgeführt. „Die Osteopathie ist Diagnose und Therapie zugleich“, so Undine Bruning, die in Bielefeld eine Praxis betreibt. Dabei sei die Anamnese wichtig. „Maßgeblich ist auch, dass der Patient mitarbeitet, nur dann können wir helfen.“ Für ihren Vortrag erhielt die Referentin langanhaltenden Applaus und ein Geschenk.
Bevor die Gäste an den herbstlich geschmückten Tischen den leckeren Apfelkuchen und den Kaffee genießen konnten, begrüßte Renate Ordelheide als Vorsitzende der Evangelischen Frauenhilfe im Bezirksverband Halle/Westfalen die Anwesenden und stimmte sie mit einem Herbst-Gedicht auf den Nachmittag ein.
Pfarrerin Petra Isringhausen schloss sich mit einer kurzen Andacht über Heilung an. Zu mehreren Anlässen wünscht man sich Gesundheit – aber gehört Krankheit nicht zum Leben dazu? Wir leben oft unter Bedingungen, die krank machen: in der Schule, bei der Arbeit, in der Einsamkeit. Wir selber tragen Verantwortung für unsere Gesundheit. Leider bringen Arztbesuche oftmals nicht den erwünschten Erfolg. Wenig Zeit für Gespräche und ein „abschieben“ an technische Geräte wie Röntgenapparate oder MRT enttäuschen so manchen Patienten. Die alternative Medizin zeigt mit besonderen Formen der Therapie eine Ergänzung der Schulmedizin auf.
Was könnte Menschen auch heilen? Sich in einer Gemeinschaft gut aufgehoben zu wissen, Hoffnung zu bekommen, Glauben und Vertrauen zu haben. Auch in der Bibel spiele die Heilung eine große Rolle. Der Heiland Jesus tut Wunder, nimmt sich Zeit für Kranke und legt ihm die Hände auf. Dabei werde positive Energie übertragen. Für die Zukunft wird eine Zeit ohne Krankheit versprochen – im Hier und Jetzt müssen wir aber mit Krankheiten leben.
An den Tischen, an denen Frauen bunt gemischt aus den unterschiedlichen Orten des Kirchenkreises Halle saßen, gab es Gelegenheit zum Gesprächsaustausch. Marianne Conrad aus Brockhagen, langjähriges Mitglied der Frauenhilfe, bedauerte, dass es kaum Nachwuchs gebe. Viele Jüngere hätten kein Interesse, was sehr schade wäre. Dem stimmte Renate Baranski aus Werther zu. Sie berichtete begeistert von den 14-tägigen Treffen, bei denen es immer interessante Vorträge gibt – zuletzt über den Gründer des Franziskanerordens und Mitbegründer der Klarissen, Franz von Assisi. Aber auch die Ausflüge wie z. B. zu einem Apfelgarten oder ins Heimatmuseum seien stets lehrreich und in der Gemeinschaft immer unterhaltsam.
Für den musikalischen Rahmen sorgte Julia Schöppinger am Klavier mit passenden Liedern zur Jahreszeit. -dag-