„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt…“ – dieser Spruch aus dem 91. Psalm beschreibt eine Person, die Gottes Schutz und Schatten sucht und im Vertrauen auf ihn lebt. Passend dazu waren in der evangelischen Kirche überall Sonnen- und Regenschirme aufgespannt. „Ich wage einen kühnen Vergleich“, so Pfarrer Christian Eckey im Gottesdienst zum 20-jährigen Bestehen des Kreisfamilienzentrums in Borgholzhausen. „Genauso ist es mit dieser Institution. Da ist jemand, der meine Sorgen versteht. Hier finde ich Hilfe und Gehör. So wie unter einem großen Schirm. Hier gab es – und gibt es noch – das eine oder andere kleine Wunder. Man kann es mit den Worten eines früheren Werbespruchs sagen: Da werden Sie geholfen.“
Nach dem Gottesdienst wurde im Gemeindehaus gefeiert und Rückschau gehalten. Auf den Tischen lag eine „Jubiläumsschrift“, die vom Start am 1. Oktober 2005 mit anfangs 6,5 Wochenstunden berichtete, ebenso vom ersten Elterncafé, den Krabbelgruppen, von Geburtsvorbereitungskursen, Erste Hilfe am Kind-Kursen, den Besuchsdienst, Babysitting-Qualifizierungskurse, Schuldnerberatung, Verteilstelle der Gütersloher Tafel, einer Ehrenamtsbörse, Formularhilfe für Senioren – die Liste ließe sich noch lange weiterführen und Zeitungsberichte darüber füllen etliche Seiten des Heftes.
Seit zwei Jahrzehnten sei das Familienzentrum ein lebendiger Treffpunkt für Familien, geprägt von Austausch, Unterstützung und Mitgestaltung. Die Angebote würden stets flexibel an die Bedürfnisse vor Ort angepasst – so beschreibt es die Frau, die von Tag eins an die Leitung innehat: Ina Hirch. „Ich bin eine Frau zum Zuhören, nicht zum Reden. Aber ich danke den 59 aktuellen Ehrenamtlichen und allen anderen in den Jahren zuvor, den Eltern und Kindern, dem Kollegenkreis, sage Danke für die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen, für die Spenden aus der Bevölkerung und die Unterstützung des Trägers, der evangelischen Kirchengemeinde.“ Ein Teil der Genannten war bei der Feier anwesend, so dass der große Raum im Gemeindehaus gut gefüllt war.
Viele Gratulanten schlossen sich an und die Wertschätzung für Ina Hirch stand stets im Vordergrund. Pfarrer Christian Eckey hatte sich etwas Besonderes ausgedacht und seine Rede als Gedicht formuliert, die mit den Worten endete: „Was Ihr hier macht, ist spitze – und auf keinen Fall ‚klitze‘.“ Maren Kerber vom Kreis Gütersloh: „Die Nähe zu den Menschen zeichnet das Kreisfamilienzentrum aus – hier herrscht ein wertschätzender Umgang miteinander.“ Bürgermeister Dirk Speckmann bezeichnete Ina Hirch als Gesicht des Familienzentrums und als soziales Gesicht der Stadt.
Bevor das Buffet eröffnet wurde, konnte Ina Hirch viele Präsente entgegennehmen. Eike Breustedt vom Kreisjugendamt gab dabei ein geflügeltes Wort preis, das im Kollegenkreis gang und gäbe sei: „Wenn du eine Frage hast, ruf‘ Ina an.“ -dag-