Viermal begeistert ein Theaterabend im Martin-Luther-Haus jeweils 80 Gäste kriminell gut, hochklassig köstlich und komödiantisch ausgefeilt – zudem bringt er die Besucher zum Lachen und Rätseln. Das Theaterstück „Mord in der Schule“ von Josef Furtlehner (Regie: Martina Dangberg-Gerth) und das begleitende, mehrgängige Menü von Küchenchef Jörg Mündkemüller, seiner Frau Petra und einem großen Team lassen dabei keine Wünsche offen.
Die Zuschauer nehmen in dem sonst so nüchternen Gemeindesaal an wunderschön gedeckten Tischen mit geschmackvoller Dekoration und Speisekarten sowie auf mit Hussen verkleideten Stühlen Platz. An einer Bar können sie sich mit einer vielseitigen Getränkeauswahl versorgen und schon kann der Theaterabend beginnen.
Auf der Bühne, dessen Bühnenbild liebevoll von Trevor Plant gestaltet wird, sind ein Klassenzimmer und das Lehrerzimmer einer Fachoberschule aufgebaut. Der Direktor (Holger Schönfeldt) und die schon am Morgen aus dem Flachmann trinkende Lehrerin Elli Engl (Ulrike Hallen) erscheinen und eröffnen das muntere Spiel. Nachdem Frau Engl noch bei ihrem Schüler Kevin (Stefan Knitter) weitere Drogen und Alkohol gekauft hat, lernt man die Lehrer mit all ihren Schrullen, unterschiedlichen Unterrichtsauffassungen und geheimen Beziehungen kennen. Der Zuschauer ist zudem bei verschiedenen Unterrichtsstunden dabei. Antoine Moireau gibt nicht nur Kunstunterricht und hat eine geheime Beziehung zu einer Kollegin, die hübsche Schülerin Ivonne (Marie Redecker) macht sich ebenfalls Hoffnung darauf, dass ihr Lehrer seine Ehefrau für sie verlässt.
In den Schulstunden weiterer Lehrer kommen noch mehr Probleme zutage. Wenn es nach dem Sportlehrer Heinz Arnold (Olaf Friedrichs) geht, würde der hochbegabte Paul (Heidi Schmidt) wegen nicht erbrachter Liegestützen seinen Schulabschluss nicht bekommen, Helga Rosen (Silke Speckmann), heimliche Geliebte des Lehrers Moireau, verteilt Schnapspralinen im Englischunterricht und Greta Greenich (Ingrid Rademacher) verzweifelt an den mangelhaften Mathe-Kenntnissen ihrer Schüler.
Putzfee Olga (Lena Jürgens) fegt nach Unterrichtsschluss, musikalisch lautstark unterstützt, munter mit Besen und Handfeger durchs Lehrerzimmer und schimpft die ganze Zeit mit dem schlafend auf dem Tisch liegenden Lehrer Moireau und bezichtigt ihn des Trinkens am helllichten Tage. Kurz nach ihr betritt Helga Rosen den Raum und sie muss, obwohl sie noch versucht eine sehr phlegmatische Rettungssanitäterin (I. Rademacher) zu alarmieren, feststellen, das ihr Geliebter tot ist.
Antoine Moireau ist tot! Vor dem nun folgenden Hauptgang und der Aufklärung des Giftmordes in der letzten Spielszene werden Stimmzettel verteilt, auf denen die Zuschauer ankreuzen können, wen sie des hinterhältigen Mordes am „schönen Antoine“ verdächtigen. Nach der Auflösung des Kriminalfalls und einem köstlichen Dessert wird aus den richtig ausgefüllten Stimmzetteln ein Krimidinner-Gast gezogen, der einen kleinen Preis erhält – beim ersten Krimiabend hatten immerhin 15 Gäste die richtige Vermutung.
Die vier Krimidinner, die von einem 60köpfigen Team, bestehend aus Schauspielern, Koch-, Service-, Deko- und Technik-Team durchgeführt werden, stellen die Gemeinde an vielen Stellen vor große logistische Herausforderungen. „ Es war toll, mit allen Beteiligten zusammen zu arbeiten“, sagt Petra Mündkemüller vor dem letzten Krimidinner. „Alle Menschen haben mit ihren Begabungen in den jeweiligen Positionen ihr Bestes gegeben und damit zu vier sehr harmonischen Veranstaltungen beigetragen.“ Die Mühen aller Beteiligten dienen aber einem sehr guten Zweck – der Erlös der vier Krimiabende fließt in die spendenfinanzierten Stellen von Laura Koch und Sebastian Plath. -sge-