Was für eine Versuchung für das Maskottchen der Kinderbibeltage: Mit einer Tüte Gummibärchen in der Hand muss „Felsi“ (Pfarrer Marcel Friesen) eine für ihn schwierige Entscheidung treffen, hat er doch das Verbot erhalten, nichts daraus zu essen. Aber die Tüte öffnen, an der Leckerei riechen und eventuell zu lutschen – davon war doch nicht die Rede, oder? „Nein! Das darfst du nicht!“ kam postwendend der lautstarke Protest aus 135 Kinderkehlen im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Die Fünf- bis Zwölfjährigen zeigten damit eindrucksvoll „Felsi“ seinen Ungehorsam auf. Aber wer ist schon perfekt?
Seit ca. 20 Jahren gehören die Kinderbibeltage zum festen Termin der Kirchengemeinden Steinhagen. 60 ehrenamtliche Mitarbeiter sind an der Durchführung beteiligt - der evangelische Pfarrer Marcel Friesen, Simon Wolter, Gemeindereferent der katholischen Kirche, und Kita-Mitarbeiterin Silvia Rahn gehören dem Leitungsteam an. Das Programm an den drei Tagen reicht von Theateraufführungen über Basteln, Singen und Spielen in altersgerechten Gruppen bis hin zum gemeinsamen Snack-Imbiss am Buffet. „Das Miteinander ist einfach großartig – ein großes Dankeschön an alle! Auch den Mitarbeitenden im Hintergrund, den Technikern, den Musikern und dem Hausmeister. Das, was Gott ihnen geschenkt hat, geben sie weiter. Sonst wären die Kinderbibeltage so nicht möglich“, zollten die Organisatoren allen Helfern ein dickes Lob.
Thema war in diesem Jahr der Apostel Paulus, der oft als Felsen beschrieben wird, da er – bis auf eine Ausnahme – fest zu Jesus stand und damit zum Fundament der Kirche wurde. Fünfzehn Jugendliche brachten die Geschichten um den aktiven, aber auch fehlerbehafteten und ängstlichen „herrlich unperfekten Jünger“ verständlich, einprägsam und mit einer Prise Humor auf die Bühne. Gemeinsam mit Henne Hilde und Hahn Rufus wurden sie unter anderem Zeugen, wie der Fischer Petrus zum Jünger berufen wurde, oder sahen seinen Gang über den See Genezareth. Sie erlebten die „Speisung der 5.000“mit, bei der trotz der nur vorhandenen 5 Brote und 2 Fische viele Menschen satt wurden, und den Einzug von Jesus in Jerusalem, als der auf einem Esel reitend von jubelnden und „Hosianna“ rufenden Menschen begrüßt wurde. Sie wurden Zeuge des letzten Abendmahls und dem Verrat von Petrus an Jesus. Die Kinder lernten verstehen, dass jeder Mensch bei Gott wichtig ist, egal, ob groß oder klein. Man kann auf ihn vertrauen, er verwandelt Angst in Mut und Sorgen in Zuversicht. Vergebung ist möglich, ein Neuanfang nach dem Scheiten kann gelingen.
In altersgerechte Gruppen aufgeteilt wurde im Anschluss das eben Gesehene in Gesprächen und Spielen vertieft. Da gab es die bekannte „Reise nach Jerusalem“. Einen freien Stuhl galt es zu erwischen. „Aber auszuscheiden ist nicht schlimm. Dann darf man sich nämlich auf den Tisch setzen“, lautete das glückliche Fazit eines 6-Jährigen. Die gerade gesehene Geschichte auf verschiedenen Blättern in die richtige Reihenfolge bringen, einen Reifen ohne ihn anzufassen und ohne Bodenberührung an seinen Nachbarn im Kreis weitergeben, einen Fisch mit Schuppen und eine Angel basteln oder das Gelände rund um das Dietrich-Bonhoeffer-Haus zum spielen und turnen zu nutzen, waren nur einige der vielen Angebote.
Der Familiengottesdienst am Sonntag griff das Thema der vergangenen Tage noch einmal auf und mit einem leckeren gemeinsamen Mittagessen fanden die Kinderbibeltage ein Ende.
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