Ein urzeitlicher Riesenhirsch, Wolfsgeheul, preisgekrönte großformatige Bilder, ein schlafender Bär und dazu die größte Indoor-Lichtskulptur der Welt. Das alles erwartete eine Reisegruppe des Kirchenkreises Halle im Gasometer Oberhausen. Im Rahmen des kreiskirchlichen Umweltprojektes „Klimahelden im Alltag“ erlebten die 50 Teilnehmenden in der Ausstellung „Mythos Wald“ die atemberaubende Schönheit unserer Vegetation.
Unter der Leitung von Pfarrerin Beatrix Eulenstein und Öffentlichkeitsreferentin Kerstin Panhorst machte sich die Gruppe auf den Weg nach Oberhausen, um sich intensiv mit dem Ökosystem Wald auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stand der Besuch der eindrucksvollen neuen Ausstellung im Gasometer, die die Vielfalt und Bedeutung der Wälder weltweit eindrücklich erlebbar macht.
Die Teilnehmenden begaben sich auf eine Reise durch die verschiedenen Waldformen der Erde: von den üppigen tropischen Regenwäldern rund um den Äquator über die gigantischen Baumriesen Nordamerikas bis hin zu den letzten europäischen Urwäldern in den Karpaten. Auch der heimische Wald mit seinen Eichen, Buchen und Nadelbäumen wurde in seiner kulturellen und ökologischen Bedeutung thematisiert – als Lebensraum, aber auch als Sehnsuchtsort.
Besonders beeindruckend waren die großformatigen Fotografien und Filmsequenzen, die eindrucksvoll zeigten, dass Wälder weit mehr sind als bloße Ansammlungen von Bäumen. Sie sind komplexe Lebensgemeinschaften, in denen Tiere wie Wölfe, Bären oder Eulen ebenso ihren Platz haben wie kleinste Organismen, die meist im Verborgenen wirken. Auch ein besonderes Exponat – das Skelett eines längst ausgestorbenen Riesenhirsches – zog die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher auf sich.
Ein weiterer Höhepunkt war die multimediale Installation „Global Sunrise“, die die Gruppe in die Klang- und Lichtwelt eines erwachenden Waldes eintauchen ließ. Morgendliche Tiergeräusche unterschiedlicher Kontinente verbanden sich mit stimmungsvollen Lichteffekten zu einem eindringlichen Erlebnis, das die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Natur spürbar machte.
Für viele wurde die monumentale Lichtinstallation „Der Baum“ zum emotionalen Höhepunkt des Besuchs. Die begehbare Inszenierung eröffnete einen faszinierenden Blick vom Wurzelbereich bis hinauf in die scheinbar endlose Baumkrone und vermittelte auf eindrucksvolle Weise die Dynamik und Lebendigkeit eines Baumes als Symbol für das Leben selbst.
Neben der ästhetischen Erfahrung setzte sich die Ausstellung auch mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinander und zeigte gleichzeitig Perspektiven für einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur auf – ganz im Sinne des Projektes „Klimahelden im Alltag“.
Im Anschluss an den gemeinsamen Ausstellungsbesuch blieb Zeit zur freien Verfügung. Einige Teilnehmende nutzten die Gelegenheit für einen Einkaufsbummel im nahegelegenen Centro, andere erkundeten das SeaLife Aquarium oder tauchten im Industriemuseum weiter in die Geschichte und Entwicklung der Region ein.
Die Fahrt nach Oberhausen bot nicht nur beeindruckende Einblicke in die Welt der Wälder, sondern auch viele Denkanstöße für den eigenen Alltag – und wurde so für alle Beteiligten zu einem nachhaltigen Erlebnis.