Nach den Haller Bachtagen ist vor den Haller Bachtagen: Gerade ist die 58. Ausgabe des Klassik-Festivals, die pandemiebedingt über eine Dauer von mehreren Monaten bis in den November hinein stattfand, beendet, wurde das Programm für 2022 vorgestellt.
Vom 28. Januar bis zum 13. Februar wird es dreizehn Konzerte sowie vier Gottesdienste unter dem Thema „Abend und Morgen“ geben. „Dabei geht es um viel mehr als nur um die Tageszeiten“, erklärte der künstlerische Leiter, KMD Friedemann Engelbert. Er war online zugeschaltet, denn trotz Impfung befand er sich wegen einer Coronainfektion in Quarantäne und informierte aus dem heimischen Wohnzimmer über das Kultur-Event. „Abend und morgen steht auch für Tod und Leben, Karfreitag und Ostern, für Ruhe und Aufbruch. Es steht ebenso für Orient und Okzident, für Morgen- und Abendland. Auch die Bedeutung als Tages- und Lebensrhythmus spielt im diesjährigen Programm eine wichtige Rolle“ führte er weiter aus.
Das Auftaktkonzert wird am 28. Januar das renommierte und mit etlichen Preisen ausgezeichnete Originalklang-Ensemble „Musica Alta Ripa“ aus Hannover gemeinsam mit den syrischen Musikern Mevan Younes und Hogir Göregen bestreiten und eine Brücke zwischen Orient und Okzident schlagen.
Die beliebten Konzerte im Storck-Treffpunkt werden einen Tag danach komplettiert mit dem ursprünglich im Jazz beheimateten A-cappella-Ensemble SLIXS, die sich mit „Quer Bach“ einer unkonventionellen Annäherung an den Namensgeber des Festivals wagen.
Gleich zwei Veranstaltungen wird es am 5. Februar geben. „Wir spüren einer alten kirchlichen Tradition der Tageszeiten-Gebete auf musikalische Weise nach, die den Menschen nicht nur in den Klöstern über Jahrhunderte hin Säulen im Tagesrhythmus waren“, freute sich einer der Akteure, Rainer Petrasch. Der Trompeter ist seit den 80er Jahren mit Bach verbunden und Lehrer seines Instrumentes an der Haller Musikschule. Maya Kleine, ein 13-jähriges Gesangstalent, hervorgegangen aus dem Kinder- und Teeniechor der Johanniskantorei, wird ihn beim „Musikalischen Morgenlob“ begleiten. Im Anschluss ist ein Frühstück geplant, später wird es das „Musikalische Abendlob“ mit den Solisten des Bach-Chores geben.
„Das zeichnet dieses Event aus: die hohe Qualität aus einer Mischung von bekannten Künstlern und die der heimischen, wie z. B. dem Bachchor. Das macht die Veranstaltung zu einem besonderen Ereignis und zu einem festen Termin für viele Menschen in der Lindenstadt, aber auch aus der gesamten Region“, ergänzte Bürgermeister Thomas Tappe, der für die 59. Bachtage zum ersten Mal von Beginn an die Schirmherrschaft übernommen hat.
Zum letzten Mal als Superintendent ist Walter Hempelmann dabei. Für ihn sei die theologische Verknüpfung mit geschichtlichen Ereignissen, auf die sich Johann Sebastian Bach verstehe, von Wichtigkeit. Er wies auf den Festgottesdienst am 6. Februar hin, in dem die Ratsvorsitzende der EKD, Annette Kurschus, die Predigt halten wird.
70 Kunstschüler/innen der Musikschule Halle im Alter von 6 bis 17 Jahren werden die besonderen Stimmungen von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang einfangen und – gemalt auf Vliesstoffe und Leinwände - an verschiedenen Orten in der Lindenstadt aufhängen. „Es ist schön, dass auch die Kinder-Kunst zum Einsatz kommt. So haben die Kinder eine Bühne und erfahren dadurch Wertschätzung“, freute sich Kunstpädagogin Klaudia Defort-Meya auf die Aktion.
Das komplette Programm kann unter www.haller-bach-tage.de eingesehen werden. Karten gibt es ebenfalls unter dieser Adresse. Eine telefonische Kartenbestellung ist unter 05201 183-171 und -172 möglich. -dag-