„Klimahelden im Alltag“ ist ein Projekt des Kirchenkreises Halle, das mit unterschiedlichen Veranstaltungen Menschen jedes Alters anspricht, um nachhaltiges Handeln im Alltag zu entdecken, auszuprobieren und gemeinsam umzusetzen. Die Umwelt, das Klima und die Bewahrung der Schöpfung stehen hier im Vordergrund.
An zwei Samstagen waren Interessierte dazu eingeladen, unter der fachkundigen Begleitung der Natur- und Wildnispädagogin Ingrid Rademacher an Walderlebnisspaziergängen teilzunehmen und eine Auszeit vom Alltag zu genießen.
An zahlreichen Stellen des knapp dreistündigen Rundwanderweges im Teutoburger Wald gab es Impulse zum Innehalten. Die Teilnehmenden im Alter von sechs bis über 70 Jahren erfuhren unter anderem Wissenswertes über Brennnesseln, Zunderpilze, Indisches Springkraut oder Bärlauch. An so manchem wäre man mit Sicherheit vorbeigelaufen, hätte Ingrid Rademacher nicht darauf aufmerksam gemacht. „Wie können diese Baumstümpfe überleben? Antwort: Sie werden durch Nachbarbäume mit Zucker und Wasser ernährt – und das mehr als 100 Jahre lang. Das ist übertragen gesehen ähnlich wie Internet - sie sind quasi untereinander vernetzt.“ Ein weiteres Aha-Erlebnis hatten die Teilnehmenden, als sie erfuhren, dass Bäume miteinander kommunizieren und nachts sogar eine Schlafpause einlegen. „Das ist der Grund, warum Straßenbäume nicht so alt werden. Sie stehen unter Stress durch den Geräuschpegel des Verkehrs, dem sie nachts ausgesetzt sind. Sie können daher nicht so viel Ruhe finden wie die Bäume im Wald.“ Auch das heiße Wetter hinterlässt Spuren: Nicht nur die Buchen leiden unter der Trockenheit, sondern auch der Boden. Mit Hilfe von Halmen machten die Teilnehmenden das sichtbar. Sie steckten sie in die Risse der Erde und waren betroffen, wie tief der Boden bereits aufgeplatzt war. Der Wald hatte auch Überraschungen parat: ein „magisches Auge“ in Form einer Ausbuchtung am Stamm und ein „magisches Tor“ aus einem abgebrochenen, sich im Bogen neigenden Baum faszinierte vor allem die Kinder.
„Was man kennt – und liebt – das schützt man.“ Ingrid Rademacher liegt die Natur am Herzen und sie setzt auf Informationen. „Hätte man den heutigen Vortrag im Fernsehen gehört, würde man ihn schnell wieder vergessen. Wenn man selber vor Ort dabei ist, wird man beim nächsten Waldspaziergang wieder daran erinnert. Das nenne ich echte Lebenszeit!“ -dag-