Die Wetteraussichten für diesen Sonntag stellen sich morgens düster dar und so entscheiden sich die drei Pfarrer Bernd Eimterbäumer, Nicolai Hamilton und Tim Henselmeyer für die „Regenvariante“ der Seetaufe. Die 17 Täuflinge im Alter von 4 Monaten bis 13 Jahren werden dem Plan entsprechend getauft – mit einer schönen Andacht und ihrer Taufe im Kreis der Familie. Eine Taufkerze und ein kleines Geschenk überreichen Stina Lempelius und Sofie Slawezki an die Täuflinge. Der Auftritt der Band und das gemeinsame Feiern am See hingegen muss leider ausfallen.
Das tut der feierlichen Stimmung jedoch keinen Abbruch, die Familien erscheinen, suchen sich einen möglichst regengeschützten Platz und schauen während der Andacht von Tim Henselmeyer immer wieder in den Himmel, der zwischen sonnigen Abschnitten, bedrohlichen Wolken und kräftigen Güssen munter hin- und herwechselt.
Der Pfarrer hat zu seiner Andacht eine „kostbare Schatzkiste“ mitgebracht, um seine Andachtsgeschichte an ihr festzumachen. „Was ist eigentlich ein Schatz?“, fragt er kurz in die Runde der Tauffamilien, eher er über die Bedeutung der Taufe als einen großen Schatz erzählt. „Es ist ein Schatz fürs Leben, wenn man mit Jesus unterwegs ist“, verspricht er. Orientierung und Gemeinschaft im Leben sowie die Hoffnung für die Ewigkeit sind weitere Schätze des Glaubens, welche der Täufling mit seinem deutlichen „Ja“ zu Gott geschenkt bekommt.
Kaum ist die Andacht, bei der es teilweise in Strömen regnet, vorbei, kommt beim ersten Täufling, der vier Monate alten Hilja Petersen, die Sonne heraus. Bei den sechs Täuflingen in diesem Gottesdienst bleibt es tatsächlich trocken. Die siebenjährige Stella ist der letzte Täufling und überrascht mit ihrer Entscheidung, sich sogar „untertauchen“ zu lassen. Erwartungsvoll steht sie neben ihren Eltern und schaut Pfarrer Hamilton an, als der allen ihre Geschichte erzählt. Sie hat im Religionsunterricht von Jesus und der Taufe gehört und zuhause gefragt: „Warum bin ich eigentlich nicht getauft?“. Danach habe sie gemeinsam mit ihren Eltern entschieden, dass die „Taufe im See“ genau das richtige für sie ist – nach dem Untertauchen gibt es spontanen Beifall für das kleine Mädchen.
Man könnte meinen, dass der zweite, inhaltlich identische Gottesdienst „ins Wasser fällt“, weil es ab 16 Uhr sehr stark regnet. „Es kam genauso viel Wasser von oben, wie wir von unten hatten“, berichtet Pfarrer Eimterbäumer im Anschluss, „doch wir haben nicht unterbrochen und einige Kinder wirklich in strömendem Regen getauft!“ Hierfür gibt es jedoch eine kleine Belohnung – das Tauffest am See kann stattfinden. „Es war dann auf einmal trocken und sonnig“, berichtet der Pfarrer und alle sind mit ihrem mitgebrachten Essen geblieben und es war eine richtig schöne Gemeinschaft.
An diesem Sonntag werden im Heinrichsee von den Pastoren Bernd Eimterbäumer, Tim Henselmeyer und Nicolai Hamilton getauft:
Hilja Petersen (4 Monate), Tommi Wittenstein (7 Monate), Clara Sophie Soleil Ramroth (10 Monate), Fiete Trautmann (11Monate), Ferdinand Marquard und Karl Deppe (beide 1 Jahr), Taavi Kramer (3 Jahre), Pauline Schwitalski und Lara Niemann (beide 6 Jahre), Stella Emilia Belz (7 Jahre), Emily Reimer (12 Jahre) und die vier 13jährigen Ilvy Sauerwein, Fabio Dau, Mathis Lakemper und Liese Cremer sowie die Geschwister Finn und Mats Groenhagen (11 Monate und 4 Jahre). -sge-